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Das Baskenland oder vielmehr Euskal Herria, das „Land der baskisch Sprechenden“, ist eine der ältesten Nationen Europas. Es hat seine Sprache, Kultur und Traditionen gegen den Druck des spanischen und des französischen Staates nahezu intakt in das 21. Jahrhundert gerettet.

Ein paar Fakten

  • Baskenland (Euskal Herria in der baskischen Sprache Euskara)
  • Sprachen
    • Baskisch (900.000)
    • Spanisch (2.700.000)
    • Französisch (300.000)
  • 3.000.000 Einwohner/innen
  • 20.947km²
Reiseberichte

Unsere Reisen ins Baskenland

Sie finden hier alle von uns organisierten Reisen mit deutschsprachiger Reise(beg)leitung im Überblick. Wir beraten Sie auch gerne zu Ihrer individuellen Reise und helfen bei der Planung.

Wo liegt eigentlich das Baskenland?

Ein Freund gab seiner Fotoausstellung über das Baskenland den Titel „Fotographien aus einem Land – das es nicht gibt“. Eine Reise ins Baskenland ist für viele immer noch eine Reise in ein unbekanntes Gebiet.

Nicht nur die älteste Sprache unseres Kontinents …

Beeindruckend sind die Menschen, ihre Art, miteinander umzugehen und sich zu kümmern. Die Natur vereint auf engstem Raum Meer, Küste und Berge. Sie hat aus vielen Basken begeisterte Sportler gemacht. Surfen, Radfahren und Wandern stehen hoch im Kurs. Wer besonders am Wochenende mit dem Auto unterwegs ist, trifft immer wieder auf Radfahrer/innen, meist in kleineren oder größeren Gruppen. Berühmt ist die baskische Küche. Die Leidenschaft der Baskinnen und Basken fürs Kochen, für gutes Essen und guten Wein ist legendär. Der trockene Weißwein Txakoli (sprich: Tschakoli) gedeiht  nur an den Berghängen der baskischen Küste am Golf von Bizkaia. Auch Kochen und Essen organisiert man im Baskenland lieber gemeinsam. Kochklubs haben eine lange Tradition. Abends verabredet man sich zum Txikiteo, dem gemeinsamen Rundgang durch das Kneipenviertel.

Das Land der baskisch Sprechenden …

Ein Juwel ist die baskische Sprache Euskara. Sie hat keine Verwandtschaft mit einer der Sprachen Europas und ist älter als alle anderen europäischen Sprachen. Euskara ist vermutlich die älteste noch erhaltene Sprache unseres Kontinents.

Euskal Herria, das Land der baskisch Sprechenden, so nennen viele Basken ihr Land. Sie meinen damit die sieben baskischen Provinzen Araba, Bizkaia, Gipuzkoa, Nafarroa, Lapurdi, Nafarroa Behera, Zuberoa. Vier der Provinzen befinden sich unter spanischer Verwaltung, drei sind dem französischen Département Pyrénées-Atlantiques zugeordnet.

Euskal Herria – das Land, in dem baskisch gesprochen wird, mit seinen sieben Provinzen. Oft liest man im Baskenland „zazpi bat – sieben sind eins“, die Forderung nach einer Vereinigung der auf zwei Länder und drei Administrationen verteilten Provinzen.

Traditionen in Mythologie, Kultur und Sport

Die alten Traditionen und Gebräuche haben sich vor allem in den kleineren Städten und Dörfern des Baskenlands erhalten. Alte Sagen erzählen von der Gottheit Mari, einer zentralen Gestalt der baskischen Mythologie. Einige Rituale zur Ehrung der Göttin werden bis zum heutigen Tag zelebriert.

Eine der populärsten Sportarten, die auch zur baskischen Tradition gehört, ist Pelota. Pelota ist ein schneller Sport. Mit ihrer Hand schlagen die Spieler abwechselnd einen kleinen harten Ball gegen eine Wand. Das Spielfeld wird Frontón genannt. In fast jedem Ort im Baskenland findet man ein Frontón.

Eine kulturelle Besonderheit ist das ebenfalls sehr beliebte Bertsolaritza, das improvisierte Singen. Die Bertsolari improvisieren  singend zu einem beliebigen Thema und halten sich dabei an ein vorgegebenes Versmaß. Bertsolari-Wettbewerbe sind äußerst popular. Oft sind es mehr als zehntausend Zuschauer bei einem Finale.

Reisen mit verschiedenen Schwerpunkten

Über 50 Jahre wurde der Konflikt um das Baskenland – um das Territorium und um die Selbstbestimmung seiner Bewohner/innen – bewaffnet ausgetragen. Im Oktober 2011 beendete die baskische Untergrundorganisation ETA (Euskadi ta Askatasuna, Baskenland und Freiheit) ihren bewaffneten Kampf, im Frühjahr 2017 übergab sie ihre Waffenlage unter Aufsicht von Friedensaktivist/innen an die französiche Polizei, im Frühjahr 2018 löste sich die Organisation auf. Ein echter Friedensprozess und eine Aufarbeitung des Konflikts scheitern bisher immer noch an der Weigerung Spaniens. Innerhalb des Baskenlandes gibt es jedoch viele Versöhnungsprojekte und Schritte zur gemeinsamen Überwindung des Konflikts. Die Gesamtsituation innerhalb des Baskenlands hat sich in den letzten Jahren dramatisch verbessert.

Wir bieten Reisen ins Baskenland mit verschiedensten Schwerpunkten: Reisen zur politischen Situation, zum Verständnis des Konflikts zwischen dem Baskenland, Spanien und Frankreich und zu Lösungsansätzen, Reisen, um das Baskenland kennenzulernen, zu erleben und zu genießen, Städtereisen nach Bilbo (Bilbao), Donostia- San Sebastián, Iruñea (Pamplona) oder Gasteiz (Vitoria), Reisen in die Berge oder an die Küste.

Dr. Uschi Grandel, Geschäftsführerin der Partizan Travel GmbH und Reiseleiterin nach Irland / Nordirland, ins Baskenland und nach Schottland

Ein kurzer Überblick über die baskische Geschichte

Euskal Herria, das Land der baskisch Sprechenden, wurde bereits vor Jahrtausenden von verschiedenen Stämmen bewohnt. Bekannt sind die Vasconen, die schon in Texten aus dem antiken Griechenland und Rom erwähnt werden. Die Römer hatten großen Einfluss auf die Entwicklung des  Baskenlands. Spuren ihres Durchzugs durch diese Länder sind noch heute sichtbar und Städte wie Iruñea (spanisch: Pamplona), die historische Hauptstadt der Basken, wurden von den Römern gegründet. Nach dem Untergang des Römischen Reiches siedelten Westgoten im Baskenland. Sie konnten die Basken jedoch nicht unterwerfen.

Im neunten Jahrhundert wurde das Königreich Pamplona gegründet mit Iñigo Arista als erstem König. Es  wurde später in Königreich Navarra umbenannt und war bis ins 16. Jahrhundert unabhängig.  Auf Anordnung des König Ferdinand II., den man den Katholiken nannte, eroberte der Herzog von Alba zwischen 1512 und 1524 Navarra. Es gab heftigen Widerstand gegen diese Invasion, aber letztendlich blieben vom Königreich Navarra nur noch die nördlichen Gebiete. Die südlichen Provinzen konnten ihre „Fueros“, eine Aufzählung ihrer verbrieften Rechte, die ein gewisses Maß an Selbstbestimmung ermöglichten, noch eine Zeit lang behalten.

Der Ursprung der modernen Unabhängigkeitsbewegung reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Als Antwort auf die Abschaffung der Fueros im Jahr 1876 durch Spanien entsteht 1895 die   baskisch-nationalistische und konservative Partei EAJ-PNV (Eusko Alderdi Jeltzalea – Partido Nacionalista Vasco, Baskische Nationalistische Partei). Mit Euskaltzindia wird 1918 eine baskische Sprachakademie ins Leben gerufen. In 1930 gründet sich der ANV, eine patriotische linke Partei, die den bürgerlichen und katholischen Vorstellungen der PNV zuwiderläuft.

Der spanisch-baskische Konflikt

Der spanische Bürgerkrieg und die darauffolgende Franco-Diktatur hatten schreckliche Konsequenzen für das Baskenland: Bombardements, Tote, Verbannte, Gefangene, der Verlust aller nationalen und sozialen Rechte, eine brutale Unterdrückung … in diesem Kontext von  Diktatur und brutaler Unterdrückung gründete eine neue Generation junger Menschen im Jahr 1959 Euskadi Ta Askatasuna (ETA, Baskenland und Freiheit). ETA verband die Forderung nach Unabhängigkeit und sozialistische Ideen mit der sozialen Frage und dem Kampf für Arbeiterrechte. ETA verpflichtete sich, mit allen Mitteln für das  Selbstbestimmungsrecht des Baskenlandes zu kämpfen, auch mit Waffengewalt. Die letzten Jahre der Franco-Diktatur waren im Baskenland von sozialen Unruhen geprägt. Menschen gingen mit der Forderung nach nationalen und sozialen Rechten auf die Straße. Es folgte eine brutale Antwort der Diktatur, es gab Tote in Euskal Herria und die Gefängnisse füllten sich mit baskischen politischen Gefangenen.

Franco starb 1975 und nach einer Übergangszeit wurde Spanien zur parlamentarischen Monarchie. 1978 wurde die spanische Verfassung verabschiedet. Diese schreibt die unauflösliche Einheit Spaniens fest und macht die Armee zum Garanten dieser Einheit. Die Mehrheit der baskischen Gesellschaft lehnte diese Verfassung ab. Ein Jahr später gab es ein neues Referendum über eine Autonomie für die baskischen Provinzen Araba, Bizkaia und Gipuzkoa. Die linke baskische Unabhängigkeitsbewegung  stellte sich gegen das neue Autonomiestatut, weil die Provinz Navarra nicht Teil des Autonomiegebiets war und das Recht der baskischen Bevölkerung auf Selbstbestimmung nicht anerkannt wurde. Das Referendum wurde schließlich mit 53% der Stimmen angenommen. Der neue Status führte zur Schaffung der Baskischen Autonomen Gemeinschaft mit einer Regionalregierung und  begrenzten Befugnissen. Heute glaubt die Mehrheit der Basken, dass dieses Modell nicht mehr tragfähig ist und dass ein neuer Rahmen erforderlich ist. Navarra wurde zur separaten Foralgemeinschaft.  ETA sah damals keinen echten Neuanfang und führte den bewaffneten Kampf weiter.

Ziviler Ungehorsam

Im selben Jahr wurde Herri Batasuna (Volkseinheit, später Batasuna – Einheit) als linke Koalition für die Unabhängigkeit gegründet. Sie spielte eine wichtige Rolle in der baskischen Politik. Diese war geprägt vom spanisch-baskischen Konflikt. In den 80er Jahren führte der spanische Staat einen schmutzigen Krieg im Baskenland und setzte paramilitärische Todesschwadronen ein. Die baskische Menschenrechtsorganisation Euskal Memoria hat für die Zeit nach 1978 tausende Fälle von Folter dokumentiert. Das Baskenland leistete auch zivilen Widerstand. Der Kampf der Bevölkerung stoppte das Atomkraftwerksprojekt in Lemoiz. Hunderte von Jugendlichen schlossen sich der Insumisionsbewegung (Bewegung des Ungehorsams) an und weigerten sich, in der spanischen Armee zu dienen. Das Baskenland erlebte eine soziokulturelle Explosion, der baskische Rock wurde geboren, selbstverwaltete Projekte wie Gemeinschaftsradiosender oder Gaztetxes (selbstverwaltete Jugendzentren) wurden im ganzen Land geschaffen.

Einseitige Konfliktlösung

Dreimal gab es den Versuch, den spanisch-baskisch-französischen Konflikt in Gesprächen der Konfliktparteien zu lösen: 1989, 1999-2000 und 2006-2007. Alle drei Prozesse scheiterten. Im Jahr 2008 begann die linke Unabhängigkeitsbewegung eine interne Debatte zur Überwindung des bewaffneten Konflikts. Sie entschied, nicht in erster Linie auf Verhandlungen mit der spanischen Regierung zu setzen, sondern mit Unterstützung durch die baskische Zivilgesellschaft einseitige Schritte zu gehen. Am 17. Oktober 2011 erklärt ETA das Ende ihres bewaffneten Kampfes, im Frühjahr 2018 löst sich die Organisation auf. Die spanische Regierung verweigert sich auch heute noch einer Aufarbeitung des Konflikts und einer Lösung der verbliebenen Probleme.

Politisches Kräfteverhältnis

Die letzten Regionalwahlen der Baskischen Autonomen Gemeinschaft fanden 2016 statt. Der konservative PNV ist mit 37,36% stärkste Partei und stellt den Lehendakari (Ministerpräsident), gefolgt von der linken pro-Unabhängigkeitskoalition EH Bildu (das Baskenland neu schaffen) mit 21,13%. Weit abgeschlagen folgen die baskischen Regionalparteien dreier spanischer Parteien, die linke Podemos (14,76%), die sozialdemokratische PSE 11,86%) und die rechte PP (10,11%).

In Navarra gelang es einem progressiven Bündnis von fünf Parteien zum ersten Mal seit 1978, die rechte Regionalpartei Unión del Pueblo Navarro (UPN, Einheit des Volkes von Navarra), eine Art CSU, von der Macht zu verdrängen.

„Guernica“ nach Gernika

Gernika 1937 – 2020

Diese Reise richtet sich an historisch-politisch interessierte Menschen, die immer schon mal wissen wollten, warum Picasso sein berühmtes Antikriegsgemälde „Guernica“ genannt hat, und wie Menschen im Baskenland mit dem Spanischen Bürgerkrieg und seinen bis heute andauernden Folgen umgehen.
Beschreibung der Reise >>

Bilbo (Bilbao)

Im Baskenland unterwegs

Vier baskische Provinzen besuchen wir auf unserer 10-tägigen Reise ins Baskenland. Der erste Teil unserer Reise führt uns an die Küste des Golfs von Bizkaia mit den Städten Bilbao und Donostia – San Sebas­ti­án. Danach führt uns der Weg ins „alte Königreich“ von Navarra
Beschreibung der Reise >>

Bucht von Donostia

Das Baskenland erleben und geniessen

Unsere 8-tägige Reise führt uns unter anderem nach Bilbao und nach Donostia-San Sebastián, europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2016. Sie endet bei einem Gläschen Wein im Rioja Alta. Beschreibung der Reise >>

Fotoreise & Workshop – Das Baskenland entdecken

Tauchen Sie mit uns in eine der ältesten Kulturen Europas ein. Es warten die Strände, Buchten und Klippen des Golfs von Bizkaia mit lebendigen und bunten Küstenorten. Lauschen Sie auf den Marktplätzen der baskischen Sprache „Euskara“ und lernen Sie die baskische Bevölkerung kennen (7 Tage). Beschreibung der Reise >>